Kurzmitteilung

Nun bin ich seit einer Woche zurück in Deutschland, leider einen Monat früher als geplant, weil meine Hand, die gebrochen war, etwas Probleme bereitet. Ich möchte auf diesem Wege allen danken, die mich unterstützt und mich vor und während des Jahres begleitet haben, seien sie aus Deutschland oder aus Tanzania.

Wiki moja uliopita nilifika salama Ujerumani. Bahati mbaya, nimerudi mapema, kwa sababu mkono wangu ulifujika na sasa nimepata shida kidogo baada ya kufungua POP. Kwa njia hii nigependa kuwaambia watu wote kutoka Tanzania na kutoka Ujerumani ambao wamenisaidia katika mwaka huu asanteni sana kwa nafasi kwa kuwafahamu na kwa msaada wamenitoa. Nashukuru sana!

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Container- Die Zweite

Das ganze Konstrukt ist ca. 20 m lang ...

Das ganze Konstrukt ist ca. 20 m lang …

Nachdem der Container gut in Mbinga gelandet ist und die Sachen an die Zieladressen verteilt sind geht die Reise noch einmal weiter. Ich habe es schon mal erwähnt, die eigentliche Zieladresse ist Mhongozi, das Bergdorf in dem gerade die Schule gebaut wird.Dort kann der Container als staub- und regensicheres Lager verwendet werden. Also nahmen wir ihn uns nochmal vor und verfrachteten ihn auf einen Transporter, den wir eigens dafür geordert hatten. Das meiste hatte der Fahrer des Baggers zu tun, der den Container kunstvoll auf die Ladefläche transportierte.

Einladen

Einladen

Zudem gehen auch ein Großteil der Sachen im Container nach Mhongozi. Darum mussten danach nochmal die Arbeiter ran und die schweren Kisten wieder einladen, unter anderem mit Werkzeug oder einem Aggregat darin, dass Strom nach Mhongozi bringen soll und das sie erst mit Mühe ausgeladen hatten. Es war alles nicht so einfach wie gedacht und so ging die Reise erst verspätet, um 6 Uhr, los. Ich begleitete den Container, denn es stand uns ja noch der Transport und das Abladen bevor. Ersterer verlief reibungslos, denn im Voraus wurde dank dem Bezirkszuständigen für Straßenbau der Weg begradigt und die Kurven geweitet. Auch der Fahrer zeigte, dass er schon einige Container ausgeliefert hatte. Die Leute am Wegesrand staunten nicht schlecht als sie den Grund für die ganzen Reparaturarbeiten an der Straße an sich vorbeiziehen sahen.

Wir werden schon erwartet, auch bei Dunkelheit!

Wir werden schon erwartet, auch bei Dunkelheit!

Dann kamen wir oben an, zusammen mit den letzten Sonnenstrahlen. Jetzt ging es  ans Abladen. Mir wurde vorher gesagt, wenn das Ding oben ist, ist die Abladen ganz leicht, einfach den Container an einem Baum festbilden und losfahren. Hmm, diese Vorschlaghammermethode konnten wir in unserem Fall vergessen, denn erstens war kein Baum weit und breit an der Plattform, auf der der Container stehen sollte und zweites war ja da noch die 750 kg schwere Kiste mit einer Faltwand darin, die wir nicht ausladen konnten. Das Problem war ja schon im Voraus bekannt und

vergeblicher versuch

vergeblicher versuch

deswegen hatte ich einen Flaschenzug mit in den Container gepackt, dass wir an einem anderen Laster befestigen wollten. Der war leider zu leicht und anstatt dass sich der Container bewegt tat es der kleine Laster, auch als wir gegenzogen half das nichts.

Alle sitzen um ein kleines Feuer

Alle sitzen um ein kleines Feuer

Ok, Denkpause… Am Lagerfeuer, wo sich die Kinder und Frauen die Hände wärmten (ja, es kann auch in Afrika kalt werden), die das Spektakel nicht verpassen wollten, kamen wir auf die Idee den Container ein Stück an einer anderen Stelle vom Laster zu ziehen, sodass  und es dann wieder mit dem kleinen Laster probieren konnten. Der erste Teil klappte ohne Probleme. Der kleine Laster hatte aber immer noch nicht genug Gewicht.

es funktioniert!

es funktioniert!

Nächste Denkpause… Und wenn wir den kleinen Laster quer stellen, damit er nicht mehr so leicht wegrutscht? Gute Idee, gesagt, getan. Und tatsächlich es hatte funktioniert, der Container landete sanft auf der vorgesehenen Plattform. Nun hat er seinen Zielort erreicht und die Arbeit ist getan. Danach konnte ich gut schlafen, es war zudem auch schon 11 Uhr nachts als wir fertig wurden.

am nächsten Morgen waren die Schüler verblüfft

am nächsten Morgen waren die Schüler verblüfft

Und die Erwachsenen freuten sich über Werkzeug...

...Oder Rohrverbinder. Beides brauchen sie dringend für den Schulbau … Und die Erwachsenen freuten sich über Werkzeug oder Rohrverbinder. Beides wird dringend zum Schulbau benötigt!

DSCI0353Vorgestern, als ich gerade von der PC-Schule komme und in mein Zimmer gehen will, stehe ich einem großen grünen Ding gegenüber. Zuerst ziemlich perplex, wird mir nach einigen Sekunden klar: das ist das große grüne Ding, auf das wir schon die ganze Zeit gewartet haben, der Container. Er ist endlich hier in Mbinga angekommen. Zuvor hatte er eine lange Reise von Sachsen, wo er vom Verein Brückenschlag Sachsen-Tanzania unter der Leitung von Christoph Scholtyssek gepackt wurde, über Hamburg, dann mit dem Schiff bis zur Hauptstadt Tansanias, Dar Es Salam, und von dort aus auf der neu gebauten Asphaltstraße bis zu mir ins Bischofshaus. Da der Container Verspätung hatte, war Christoph, der ihn eigentlich entgegennehmen wollte schon wieder abgereist und hatte mir die Containerschlüssel überlassen. Nun war es an mir das Ding vom

Lkw zu bekommen, denn der Fahrer hatte es sehr eilig wieder loszukommen.

der Container wird geöffnet

der Container wird geöffnet

Also rückten wir mit ca. 10 Mann den Boxen und anderen Gegenständen darin zu Leibe. Dank meinem Handicap wurde mir die Aufgabe zu Teil die Inhalte zu überprüfen und an die Adressaten, die schon teilweise mit Fahrzeugen bereitstanden, zu verteilen.  Man fühlte sich ein bisschen wie der Nikolaus. Der Rest, auch viele Geräte für die PC-Schule wurden erst mal hier zwischengelagert.

 

DSCI0357

ca. 2 Stunden später

Die Helfer waren eifrig bei der Sache und bevor ich die Nummer auf der Kiste prüfen konnte waren sie manchmal schon weg, was den ganzen Prozess etwas erschwerte und ich machte zur Sicherheit nochmal eine Zweitprüfung, bei der dann noch vermisste Pakete auftauchten.

 

 

 

schwere Sachen erfordern schweres Geschütz

schwere Sachen erfordern schweres Geschütz

Als der Container dann bis auf eine große Kiste leer war kamen wir zu der Schwierigkeit ihn vorsichtig vom Lkw zu heben. Glücklicherweise wurde uns vom Bischofshaus ein Bagger zur Verfügung gestellt. In Kombination mit einem geübten Baggerfahrer stellte das Ganze dann kein Problem mehr da.Wir hoben erst die Kiste raus, ruck zuck war dann das große grüne Ding sanft auf der Erde abgestellt und die Kiste wieder darin verstaut.

 

 

DSCI0384Sichtliche Freude dass alles geklappt hat, jedenfalls bei mir. Die Arbeiter freuten sich dann mehr auf eine kühle Soda und eine Sitzmöglichkeit.

Veränderungen an der PC-Schule

DSCI0013 (2)Nach etwa 10 Monaten, in denen ich nun an der PC-Schule arbeite, kann ich mich jetzt, zusammen mit Christoph, daran wagen für die Schule nach und nach kleine Veränderungen in die Tat umzusetzen, die das Lernen und Lehren dort angenehmer und effektiver machen. Zuerst nahmen wir uns den Eingangsraum meines Büros vor. Der wurde nämlich lange Zeit als Lager genutzt. Kein schöner erster Anblick, wenn man hinein geht! Jetzt sieht das ganze schon ordentlicher aus, denn wir haben einen Arbeits- und Konferenzraum daraus gemacht.

Mr. Hanston, mein neuer Kollege

Mr. Hunston, mein neuer Kollege

Als nächstes gingen wir das Lehrerproblem an. Da die vorherige Lehrerin überraschend in Schwangerschaftsurlaub ging hatten ich und der zweite Lehrer dann für drei Klassen zugleich zu sorgen. Verständlich, dass da die Unterrichtsqualität leidet. Leider war der zweite Lehrer alles andere alles zuverlässig, um es milde auszudrücken. Darunter hatten letztendlich die Schüler zu leiden. Es wurden Konsequenzen gezogen und nun starten wir mit einem komplett frischen Lehrerteam in den nächsten Kurs. Der erste neue Kollege ist bereits eingetroffen, er macht seine Sache gut und noch dazu kennt er sich in Sachen Computerreparatur gut aus.

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Das Lehrmaterial

Zur Erleichterung des Einstiegs hier, habe ich mich an einem vierundsiebzigseitigen, englischen Lehrmaterialheft versucht, das alle die PC-Grundlagen, die hier unterrichtet werden, abdeckt. Das ganze dann ausgedruckt und schön eingebunden, gehen die anderen Exemplare auch an die anderen Klassenzimmer in Litembo und Likonde.

einer Stabilisator

ein Stabilisator

Auch den Computern wollten wir etwas Gutes tun indem etwas gegen die Netzstromschwankungen, die  hier relative stark und häufig sind, unternehmen. Das nämlich ist alles als gesund für die Geräte und ich befasse mich regelmäßig mit dem Austausch der Netzteile, die die Spannungsschwankungen zuerst zu spüren bekommen. Abhilfe schaffen da Stabilisatoren, welche als Originale und in großen Mengen nur in der Hauptstadt Dar Es Salam erhältlich sind. Außerdem sind sie nicht ganz billig. Nichtsdestotrotz sind sie aber auf lange Sicht notwendig, denn irgendwann habe ich keine Netzteile mehr zum Austauschen und die PCs wandern auf

Der neue Staubschutz in  babyblau

Der neue Staubschutz für die PC’s  in babyblau

den Müll. Um dem vorzubeugen haben wir vorerst einmal 7 Stück aus Dar Es Salam bestellt, um die Qualität zu testen. Sie haben mit Bravur bestanden!

Gleichzeitig haben wir auch Stoff zum Abdecken der 90 PCs gekauft. Beides konnte ich  durch meinen Spendenkreis zur Verfügung stellen. Ich möchte mich noch einmal herzlich bedanken für die zahlreichen Spenden, mit denen es ermöglicht wurde, diese Fortschritte hier zu machen, sodass auch in Zukunft viele Schüler gerne an die PC-Schule in Mbinga kommen und hier unter guten Bedingungen lernen können. Ich bin noch 2 Monate an der PC-Schule und werde auch weiter unterrichten, jetzt mit neuen Materialien und in einer schöneren Lernumgebung!

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Hier in Mbinga ist einiges los. Mit dem Beginn der Trockenzeit finden auch mehr Deutsche den weiten Weg in den Süden. Zum Beispiel war eine Lehrerdelegation aus Würzburg für hier, um sich verschiedene Partnerschulen in der Umgebung anzuschauen.

Vor einigen Wochen wurde ich dann mit der Nachricht überrascht, dass ein Deutscher im Berufsausbildungszentrum hier auf dem Bischofsgelände mitarbeiten soll. Sein Name sei Stephano und er komme aus der Partnerdiözese. Als er dann ankam erfuhr ich, dass er tatsächlich aus der Nähe meiner Heimat kommt, nämlich aus Würzburg. Sein Name ist allerdings Steffen, der wurde nur in Kiswahili angepasst, weil er sonst schwerer auszusprechen ist. Ich habe mich natürlich sehr gefreut jetzt hier mit einem weiteren Franken hier mitten im Herzen Tansanias wohnen zu können. Da selbst der Dialekt stimmte war die Verständigung von Anfang an super.  Wie wir nach kurzem feststellten, teilten wir auch das gemeinsame Interesse am Sport, am Fußball und Joggen. Steffen schloss sich allerdings bald der Konkurrenz, der Mannschaft der Werkstatt an, da er ja mit ihnen arbeitet, während ich weiterhin meinem alten Team vom Uvikambi-Jugend-Center treu blieb.  Da ich hier schon etwas länger wohne konnte ich ihm alles zeigen und wenn es mal mit der Sprache Probleme gab ihm unter die Arme greifen.  Im Gegenzug brachte er mir das Schachspielen bei und war mir immer eine Hilfe. Er begleitete mich zum Beispiel nach Litembo ins Krankenhaus als ich mir vorigen Mittwoch den Arm beim Fußballspielen gebrochen hatte. Keine Angst, 6 Wochen Gips und er ist wieder heil! Es war eine schöne Zeit, denn endlich hatte ich jemanden mit dem man sich ohne Mühe verständigen konnte und mit dem man Interessen teilte. Nun ist er leider zurück nach Deutschland gegangen. Steffen, falls du das ließt, liebe Grüße, war eine super Zeit mit dir!!!

Christoph und Steffen bei der Inspektion der Straße nach Mhongozi - hier muss der Container rum!

Christoph und Steffen bei der Inspektion der Straße nach Mhongozi – hier muss der Container rum!

Während dieser Zeit kam auch der Geburtshelfer der PC-Schule Christoph wieder nach Mbinga, um bei seinem Schulbauprojekt in Mhongozi nach dem Rechten zu schauen und seinen Container in Empfang zu nehmen. Genau mit so einem Container hat Christoph damals die Computer aus Deutschland nach Tansania gebracht, um die PC-Schule auszurüsten. Diesmal ist er ist bis oben hin voll mit Materialien für Mhongozi und andere Pfarreien in der Diözese. Christoph war schon im November einmal hier und nahm mich mit in das abgelegene Bergdorf, das noch zur Pfarrei Matiri gehört, sich aber bald selbstständig machen will. Mit rund 7000 Christen in der Umgebung sind auf jeden Fall Voraussetzungen für eine belebte neue Pfarrei gegeben. Aus diesem Anlass soll zusätzlich zum Ausbau der Schule, die auch eine Latrine und eine Wasserversorgung braucht auch noch ein Pfarrhaus und eine Kirche entstehen. MIt Vergnügen stehe ihm auch jetzt als Übersetzer zur Seite ,  auch während seiner Abwesenheit spielte ich hier den Kontaktmann in Mbinga, jetzt ist mir dieses Projekt irgendwie ans Herz gewachsen und das Gelingen mir ein persönliches Anliegen.

Das Begrüßungskomitee

Wir werden schon erwartet!

Wenn, dann richtig! Denn der momentane Zustand der Gebäude ist wirklich menschenunwürdig. An der Schule riecht man den Urin der rund 520 Grundschüler, sie müssen sich zu viert eine Schulbank teilen oder auf der Fensterbank sitzen. Es gibt kaum Hefte und im Boden klaffen riesige Löcher. Außerdem gibt es einfach schlicht und ergreifend zu wenige Klassenzimmer. Zum Glück hat der Verein Brückenschlag Sachsen-Tanzania e.V. es sich zur Aufgabe gemacht dort zu helfen. Der Verein hat auch eine wirklich interessante Seite auf Facebook: https://www.facebook.com/pages/Br%C3%BCckenschlag-Sachsen-Tanzania-eV/315229328598917

Oder eine Website: www.m-langner.de/

 

Kursende an der PC-Schule

DSCI0002Heute war noch ein letzter harter Tag für die Schüler meines Kurses, denn die abschließende Prüfung im Umgang mit dem Internet stand bevor. Bitte die Hefte schließen, wir schreiben jetzt den Test. Dass ich das mal sagen müsste, hätte ich in meiner Schulzeit auch nicht gedacht. Es herrschte angespannte Stille als die Bögen ausgeteilt wurden. Danach folgten noch kurze Instruktionen des Lehrers, man drehte die Blätter um und legte los.

DSCI0016Der Test scheint mir auf den ersten Blick fast zu schwierig geraten zu sein, jedenfalls wenn man in das Gesicht der Schülerin hier blickt. Erschwerend kommt dann noch hinzu, dass die ganze Zeit der Lehrer durch das Klassenzimmer läuft und die Kamera auf einen richtet. Zugegebenermaßen kam ich mir dabei auch ein bisschen blöd vor, aber es muss ja alles dokumentiert werden.

DSCI0025 (2)Als ich dann die Tests korrigierte, stellte ich erleichtert fest, dass ihn alle Schüler gut gemeistert hatten. Ich war mindestens so froh darüber wie sie, denn das zeigte wie viel sie doch in der kurzen Zeit gelernt hatten. Danach konnte ich ihnen die Abschlusszertifikate austeilen, natürlich nicht ohne danach noch ein Klassenfoto zu machen.

Jetzt steht schon ein neuer Kurs in den Startlöchern!

 

 Chor der Schülerinnen Singen in der neuen Kirche

Chor der Schülerinnen Singen in der neuen Kirche

Hallo aus Mbinga! Es ist schon wieder richtig viel los, z.B. war Klaus Veeh vom Referat Mission Entwicklung Frieden Würzburg zu Besuch anlässlich der Kircheneinweihung  bei den Schwestern hier in St. Alois. Es gab ein großes Fest, zu dem auch ich herzlich eingeladen war. Zuerst wurde die Kirche in einem Festgottesdienst von Bishop John Ndimbo eingeweiht. Danach wurde selbstverständlich  noch weitergefeiert mit viel Tanz und Musik, eine richtige Show!

DSCN0660_2Natürlich nutzte Klaus Veeh auch die Möglichkeit zu schauen wie es seinen Freiwilligen in Mbinga und Litembo  ergeht. Er besuchte mich in der PC-Schule, so kam auch wieder ein Foto von mir zu Stande, hier beim Unterricht, denn mich selbst zu fotografieren funktioniert ja schlecht!

DSCI0193Ich nahm natürlich auch meine Pflicht war, wie es sich hier gehört, und begleitete unseren Gast an den Malawi-See in das schöne Mkile, wo wir Father Silverius in seiner Pfarrei einen Besuch abstatteten. Voller Stolz  wurde uns dann auch die installierte Wasserleitung demonstriert. Fr. Silverius berichtete von der vielen harten Arbeit, die die Leute leisten mussten bis die Leitung aus den Bergen bis nach Mkile gelegt war. ( Danach war auch noch für eine Runde schwimmen im See  Zeit!)

DSCI0105Ein paar Tage später luden wir  Herrn Veeh noch vom Fußballteam zu unserer Feier anlässlich des Pokalsiegs ein. Die Feier, die abends im Uvikambi-Jugendcenter stattfinden sollte wurde schon morgens vorbereitet und die Ziege (unser Pokal) kam dafür unters Messer. Mittags hatten wir dann noch ein Freundschaftsspiel und dann schließlich abends, nachdem der offizielle Teil mit Gastreden und allem Trimm und Dran abgehandelt war, ging es zum Essen und zur Diashow mit den Bildern vom Finale. Dann wurde bis spät in die Nacht mit lautem Bongo Flava, der ostafrikansiche Musikstil der hier neben HipHop angesagt ist, der Sieg gefeiert.  Auf der Tanzfläche waren die Spieler mindestens so begabt wie auf dem Fußballplatz, da kann man echt neidisch werden!

Maguu voraus

Maguu voraus

Zwei Wochen darauf ging es dann schon wieder zum Malawi-See, diesmal aber nicht mit dem Auto, sondern zu Fuß. Wir starteten bei den anderen Freiwilligen in Litembo. Zu siebt ging es dann los, wir starteten eine erste, kurze Tagesetappe nach Maguu. Zum Glück hatten wir  3 Leute mit dabei, die die Strecke schon einmal gelaufen waren. Nach ca. 3 Stunden kamen wir dann in Maguu an.

Der See in Sicht

Der See in Sicht

Am nächsten Morgen hieß es dann um 5 Uhr aufstehen und so liefen wir, mit dem Sonnenaufgang im Rücken los, denn die zweite Strecke war um einiges länger als die erste. Nach gut 1,5 Std. bergauf gehen konnten wir unser Ziel, den Malawi See schon sehen und unseren genauen Zielort, Luili, konnten wir auch schon grob ausmachen. Wie schön: danach ging es ja fast nur noch bergab! Also machten wir auf dem Gipfel unsere erste Rast. Danach wählten wir spontan einen Weg, den uns ein Einheimischer empfohlen hatte.

DSCI0284Doch wer hätte gedacht, dass bergab gehen so anstrengend sein konnte? Der Weg wurde bisweilen ziemlich steil und rutschig, ein Glück fing es nicht zu regnen an! Aber die Landschaft und die Umgebung machten alles wieder wett und man hatte ja die ganze Zeit den See vor Augen in den man dann am Ende springen konnte. Es macht außerdem richtig Spaß denn das Wandern über Stock und Stein war eine richtige Herausforderung. Wir jammerten zwar, aber uns kamen Leute entgegen, die diesen Weg fast jeden Tag gehen, Mädchen ohne Schuhe, mit einem Sack voll Maniok auf dem Kopf die den ganzen weg bergauf laufen!!!

 

FlussdurchquerungSpäter gingen wir dann noch eine lange Zeit im Flachland durch einen Irrgarten von Maniok- und Maisfeldern, durch den wir ohne fremde Hilfe auch nie gefunden hätten. Alle Leute, denen wir begegneten waren sehr hilfsbereit und einer machte es sich dann sogar zur Aufgabe uns eine ganze Weile zu führen. Außerdem bekamen Wanderstöcke aus Zuckerrohr, an denen wir, wenn wir Hunger hatten knabbern konnten und zu guter Letzt kamen wir dann endlich am Camp direkt am See an. Wir schenkten ihm natürlich auch etwas als Dankeschön. Auch wenn er das nicht lesen kann, weil er keinen Internetanschluss hat:  Danke nochmals!

Schön!

Schön!

Am See verbrachten wir dann 2 schöne Tage, bei denen nur die Nächte etwas regnerisch waren (wir haben ja immerhin gerade Regenzeit!) und wir in unserem Zelt etwas nass wurden. Auf dem Rückweg hatten wir dann wieder eine kleine Wanderung im Regen, durchnässt waren wir sowieso schon, vor uns, denn kurz vor Mbinga war der hintere Anhänger eines Holz-Lasters den Abhang hinunter gerutscht und wir kamen mit dem Bus nicht vorbei. Bei der schlechten Witterung konnte es Tage dauern bis sie den Anhänger wieder auf die Straße brachten, also machten wir den Rest zu Fuß. Ich kam dennoch mit einem Grinsen zur Tür herein, denn das Wochenende war eine Abwechslung, ein richtiges „Abenteuer“, nach dem ich mich richtig auf mein warmes Bett hier in Mbinga freute.

Reisen

Seit meinem letzten Eintrag ist einige Zeit vergangen. Sie verging für mich aber wie im Flug, denn ich war die meiste Zeit unterwegs. Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen packten die zwei anderen Freiwilligen aus Peramiho  und ich unsere Sachen und machten uns auf Richtung Küste, um in den freien Tagen das Land ein wenig zu erkunden und wieder etwas Kraft für die restliche Zeit zu tanken.

In Lindi

In Lindi

Die Fahrt auf der Staubpiste war sehr abenteuerlich, denn es hatte zuvor geregnet und wir rutschen mehr, als das wir fuhren, in Richtung unseres ersten Etappenziels: Lindi. Hier verbrachten wir 2 schöne Tage, denn wir fanden ein Guest House direkt am Strand. Auch den Weihnachtsabend verbrachten wir am Strand. Weihnachten am Meer, so etwas hat man auch nicht alle Tage! Außerdem war die Stadt Lindi an sich schon einen Besuch wert. Man merkte hier schon deutlich arabische Einflüsse.

Das Fort auf Kilwa Kisiwani

Das Fort auf Kilwa Kisiwani

Anschließend ging es weiter nach Kilwa Masoko. Auch hier hatten wir Glück mit unserer Unterkunft, von der aus man nur 5 Minuten zum Strand laufen musste. Die Strände in Kilwa Masoko waren traumhaft schön, vermutlich weil hier der Tourismus schon Fuß gefasst hat und die Hotels den Strand pflegen. Noch sehenswerter als der Strand war jedoch die nahegelegene Insel Kilwa Kisiwani. Wir setzten mit einem Dhau , einem Einmaster, der praktisch das Wahrzeichen für Tansanias Küstenregionen ist über. Auf der Insel gab es dann zahlreiche Ruinen zu bestaunen unter anderem Moscheen oder von arabischen Sultanen gebaute Paläste. Die Ruinen sind auch Teil des Unesco-Weltkulturerbes.

Häuserfassade in Stonetown

Häuserfassade in Stonetown

Unsere Reise führte uns nach einem kurzen Aufenthalt bei den Schwestern in Dar Es Salaam an unser eigentliches Ziel, nach Sansibar. Wenn ich als Kind den Namen hörte, kamen mir allerhand Bilder in den Kopf, aber keines kam dem wirklichen Charme Sansibars nahe. Von den uralten, verwinkelten Gassen von Stonetown, über die aromatisch duftenden Gewürzgärten im Herzen der Insel, bis hin zu dem himmelblauen Meer und weißen Strand im Norden, alles war wirklich einmalig. Außerdem wurde aus unserer Dreiergruppe schnell ein Haufen von 14 Leuten, denn wir trafen die anderen Freiwilligen wieder, mit denen wir schon in Deutschland Vorbereitungsseminare hatten.

Zusammen ging es dann bald darauf weiter nach Bagamoyo, wo unser Zwischenseminar stattfand. Ja richtig, die erste Hälfte unseres Aufenthalts ist noch nicht ganz vorbei, trotzdem finde ich es zurückblickend schier unglaublich, dass ich schon 5 Monate hier bin. Das wurde mir schlagartig bewusst, als ich während des Seminars auf die vergangene Zeit zurückblickte, auf Gutes und auf Schlechtes, auf viele Begegnungen, Erlebnisse und auf einen ganzen Batzen Erfahrungen, um die ich jetzt reicher bin. Diese Erfahrungen mit anderen Freiwilligen, die teilweise aus Zambia, Ruanda, Kenia und noch vielen anderen Ländern angereist waren, zu teilen war sehr schön und vor allem äußerst interessant. In dieser Zeit außerhalb meines Projekts konnte man vor allem aber auch über Vieles nachdenken und wenn man sich auf die Art und Weise, wie das Seminar gestaltet war einlassen konnte, konnte man daraus eine ganze Menge mitnehmen. Mir hat es sehr geholfen und ich gehe wieder mit neuer Energie zurück nach Mbinga, das ich in dieser Zeit schon wieder ein wenig vermisst habe.

Weihnachten

Hallo an alle da drausen,

auch hier in Mbinga geht es so langsam auf Weihnachten zu. Hier der Beweis:

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…. Ok, es ist zugegebermaßen der erste Verkäufer den ich hier mit Weihnachtsartikeln sehe. Die Trendwelle zu Weihnachten scheint wohl von Europa nur sehr langsam herüberzuschwappen. Sonst merkt man hier nicht viel davon, jedenfalls nichts von dem, zu was Weihnachten bei uns gemacht wird. Kein besonderer Trubel, keine gehetzten Menschen die Weihnachtszeit schon leid sind, weil sie noch so viel zu besorgen haben und auch nicht die anderen, die sich über den ganzen Kitsch aufregen und sich dabei doch nicht auf die wahre, ursprüngliche Bedeutung des Weihnachtsfestes besinnen. Hier in Mbinga geht alles seinen gewohnten Gang, man bereitet sich schon langsam darauf vor die Felder zu bestellen, denn jetzt beginnt die Regenzeit.

Einzig im Gottesdienst wird man daran erinnert, das wir gerade im Advent, in der Vorbereitung auf die Geburt Christi sind. Auch wenn ich noch nicht alles verstehe was im Gottesdienst gesagt wird, kann ich die Zeit doch nutzen, um in mich zu gehen, mich zu besinnen, über die Bedeutung des Festes, aber auch über mein eigenes Tun. Als ich einmal erwähnte, dass der Sonntagsgottesdienst bei uns normalerweise keine 2,5 Stunden dauert wie hier, wurde mir geantwortet: „Weißt du, am Sonntag, wenn wir  in der Kirche sind, nehmen wir uns auch gerne einmal richtig Zeit für Gott.“

In diesem Sinne, ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

Grüße aus Mbinga

Von zu Hause erreichen mich ständig Grüße ohne das ich sie persönlich erwiedern kann. Deswegen hoffe ich auf diesem Weg wenigstens einige zu erreichen um mich zu bedanken, dass ihr an mich denkt und auch wissen wollt wie es mir denn so geht. Mir geht es hier super und ich habe Spass mit dem was ich tue. Mit dem Fußballteam versteht man sich schon super, hier auch der Beweis, dass es hier auch was zu Essen gibt und ich garantiert nicht vom Fleisch falle:

DSCI0308Eine ordentliche Portion Ugali mit Maharagwe – Maisbrei mit Bohnen. Sozusagen das Nationalgericht hier. Es schmeckt nicht besonders spannend und wird traditionellerweise mit den Händen gegessen,  die Teller und Löffel wären also eigentlich überflüssig. Das war nachdem die Jungs bei uns im Garten wieder mal die Trikots gewaschen haben.

DSCI0309Angeblich bekommt man von Ugali Bärenkräfte, wenn man nur ordentliche Mengen verdrückt, sagen jedenfalls die Spieler und bemitleiden mich weil ich mit ihrer Esstechnik tempomäßig nicht schritthalten kann. Ich wiederum erzähle ihnen, dass bei uns ein Sprichwort sagt: Wenn alles leer ist gibt es morgen schönes Wetter. Entsprechend sahen die Töpfe danach aus.

 

 

 

 

Erste Unterrichtsstunde

So, jetzt habe ich auch meine ersten Unterrichtsstunden hinter mir. Ich hatte schon die ganze Zeit ein bisschen Panik, wie das Unterrichten so sein wird, aber da es jetzt drei Kurse zur selben Zeit an der Schule gibt, war es gut, wenn ich auch einen davon übernehme. Zuvor hatte ich noch alle Hände voll mit defekten PCs zu tun, die ich jetzt so nach und nach alle reparieren konnte, sodass jetzt auch Zeit für eine ordentliche Unterrichtsvorbereitung ist. Im Moment habe ich gerade mit der Einführung begonnen und erkläre z.B. die Funktion der Tastatur. Im Gegensatz zu meinen vorherigen Befürchtungen klappt es aber schon ganz gut! Später soll dann Microsoft Excel, Word und Publisher sowie der Umgang mit dem Internet folgen.
Es gibt jedoch große Unterschiede zwischen den einzelnen Schülern was das Vorwissen, die Lernbereitschaft und auch die Englischkenntnisse angeht. Letzteres erschwert das Unterrichten an sich natürlich allgemein, weswegen ich auch häufig versuche auf meine wenigen Kiswahili-Kenntnisse zurückzugreifen. Das bringt sie dann momentan noch eher zum Schmunzeln als zum Verstehen. Schwierig wird es auch, wenn manche der Schüler garnicht mit einem reden(, vielleicht aus Schüchternheit.) Zu überprüfen, ob auch sie alles verstehen was ich ihnen versuche beizubringen erfordert Geduld und Zeit, die ich mir nehmen muss, damit ich nicht erst bei einem Test feststelle, was alles nicht verstanden wurde. Was dafür das richtige Maß ist werde ich mit der Zeit schon noch herausfinden!

Erste Neuigkeiten aus Mbinga

Ich bin jetzt schon einige Wochen in Mbinga, Zeit für ein erstes Lebenszeichen von mir. Ja, mir geht es gut und ich habe mich schon richtig eingelebt. Es hat sich auch schon so etwas wie ein Arbeitsrhytmus eingespielt, denn ich bin seit 2 Wochen von Montag bis Freitag von 8 Uhr bis 16 Uhr an der PC-Schule auf dem Bischofsgelände. Hier finde ich mich zwischen all der Hardware schon langsam zurecht und weiß wo sich welches Klassenzimmer befindet.

Schülerinnen bei den ersten Begegungen mit MS Word

Schülerinnen bei den ersten Begegnungen mit MS Word

Im Moment übe ich mich gerade noch am reparieren defekter PCs aus den Klassenzimmern und aus dem Lager, um dann im Ernstfall eine schnelle Hilfe sein zu können. Mit dem Unterrichten werde ich erst später beginnen, denn zuerst muss ich mir den Stoff, den ich vermitteln soll, aneignen. Dazu studiere ich die Unterrichtsmaterialien oder besuche eine Unterrichtsstunde, die hier täglich von einem Lehrer auf Kiswahili (,was nochmal eine weitere Herausforderung für mich darstellt) und Englisch gehalten werden.

Bürgstädter Trikots in Tansania

Bürgstädter Trikots in Tansania

In meiner Freizeit helfe ich hier am Uvikambi-Center in der Jugendarbeit mit. Vor allem die Durchführung des 3 mal wöchendlich geplanten Fußballtrainings macht mir sehr viel Spass und so kann ich meinem Hobby treu bleiben und gleichzeitig mit der Jugend hier im Ort Kontakte knüpfen. Bei unserem Spiel gegen die Primary School von Sankt Alois konnten wir trotz schwieriger Platzverhältnisse einen 5:1-Sieg einfahren und dabei auch gleich mal die Trikots testen, die wir vom FC Bürgstadt gespendet bekommen haben. Vielen, vielen Dank hierfür, wir können sie wirklich gut gebrauchen, die Spieler sind ganz stolz darauf und würden sie am liebsten gar nicht mehr hergeben. Sie  haben auch selbstständig einen Waschdienst eingeführt, der bei uns im Garten stattfindet. So bekommen sie auch gleich mit, was es heißt für sich  und andere Pflichten zu übernehmen und sich gegenseitig zu helfen.

Es geht auch ohne Trockner 😉

Unser Schweinchen

Unser Schweinchen

Und wenn wir gerade bei unserem Garten sind: Neben fließend Wasser  gibt es dort seit neustem ein paar Hühner und einen Schweinestall. Besonders Shifta (das Schwein) hat es mir angetan, sie( ja eine Dame) folgt schon wie ein Hund und schlägt an wenn man nach Hause kommt.

 

Beim Tanz!Hier sieht man auch die typischen Tücher(Kangas)

Außerdem ist hier in der Umgebung immer etwas geboten,so war ich letztes Wochenende zu Gast beim 75-jährigen Kirchenjubiläum in Tingi. Dort konnte ich mal hautnah ein paar Bräuche bei solchen Feierlichkeiten miterleben. Es ist zum Beispiel üblich dass man sich besonders viel Zeit (3,5 Stunden) für den Festgottesdienst nimmt und die Kirche dabei aufwendig und ziemlich bunt schmückt. Danach wurden dann vor der Kirche Tänze aufgeführt, Musik gemacht und Geschenke überreicht.

 

Sonnenuntergang in Mbamba Bay - So lässts sich leben

Sonnenuntergang in Mbamba Bay – So lässts sich leben

Und sollte mal tatsächlich nichts los sein: bei der schönenLandschaft findet sich auch immer eine Möglichkeit seine freieZeit zu gestalten. Bei einem relativ kurzen Besuch in Mbamba-Bay( der mit einer relativ langen Fahrt verbunden war) konnte ich mal ein paar Minuten richtig ausspannen. Ich bin also wunschlos glücklich, auch wenn ich manchmal die Leute daheim vermisse, aber das gehört wohl dazu. 😉

Sprachkurs in Dar Es Salaam

Ich bin gestern nach fünfzehnstündiger Busfahrt heil an meiner Arbeitsstelle angekommen. Da ich hier auch endlich einen Internetzugang habe, der zum Glück gut funktioniert, kann ich nun von meinen ersten Tagen, die ich in Dar Es Salaam verbracht habe berichten. Dar Es Salaam ist die größte Stadt Tansanias, hier ist immer Leben auf den Staßen, also ein guter Ort um Land und Leute kennenzulernen. Auffällig sind auf den ersten Blick, neben dem vielen Müll und dem ständigen Stau, dem man nur geschickt mit einem pikipiki(Motorrad) entgehen kann die zahlreichen bunten, kleinen Läden und die vielen Menschen davor, die scheinbar den ganzen Tag dort in aller Seelenruhe verbringen. Das ist jedenfalls das Bild entlang der Hauptstraßen.

In dem relativ jungen Stadtteil Chamazi abseits der Straße fällt einem zuerst auf, wie viele Kinder es hier gibt, besonders wenn eine Horde hinter einem her ist und „Mzungu(Europäer)“ schreit. Außerdem werden hier viele neue Häuser errichtet, um der wachsenden Bevölkerungszahl gerecht zu werden. Die Stadt wächst hauptsächlich Richtung Chamazi und es müssen in kurzer Zeit viele Häuser mit einfachen Mitteln und ohne große Maschinen gebaut werden. Das bedeutet vor allem harte Arbeit, was bei diesen Temperaturen noch umso schwerer fallen dürfte. Hier kennt jeder jeden und man grüßt sich auf der Straße, denn diese Höflichkeitsform wird hier groß geschrieben. Auch wir werden freundlich begrüßt als wir eine erste Erkundungstour machen, doch da ist ja noch das Problem, dass wir gar nicht wissen wie die formell richtige Antwort auf die jeweilige Begrüßung lautet.

Deswegen kommt uns der Sprachkurs sehr gelegen. Das Kloster, in dem wir untergebracht sind wurde von den Schwestern des Erlösers hier schon vor einigen Jahren gebaut. Hier bekommen wir 7 Freiwilligen von 3 Lehrern, die teilweise extra wegen uns ewig fahren müssen, denn Dar Es Salaam ist riesig und die Straßen sind entweder gerade im Bau oder total überfüllt und chaotisch, einen Crashkurs in Kiswahili. Sie selbst sagen, Kiswahili ist nicht schwer, nur eben ganz anders als deutsch oder englisch, aber das wir schon mit der Zeit, hoffe ich ;-).

Einer unserer Lehrer leitet die Montesori-Schule nebenan, die ebenfalls von den Schwestern gebaut wurde. Er lädt uns in die Schule ein und die Kinder führen uns traditionelle Tänze vor und üben mit uns ihr Schullied auf Kiswahili ein. Die Kinder, die übringes alle Schuluniformen tragen, sind ganz begeistert, besonders von Ellinor und Hugo, die das Lied mit der Gitarre begleiten. Und wo ich gerade bei dem vergnüglichen Teil bin kann ich noch erwähnen, dass wir außerdem einen Ausflug in den Mikumi-Nationalpark und nach Bagamoyo gemacht haben, wo wir uns auf die Spuren der ersten Katholiken in Tansania begeben haben. Chauffiert wurden wir von unserem kompetenten und vor allem immer gut gelaunten Driver, der übrigens auch ganz gut Fußball spielt, ich glaube nur unser Gärtner ist noch einen Tick besser, wir haben sie zu einem kleinen Match herausgefordert.

Man kann also durchaus behaupten, dass es mir hier nicht schlecht geht, ganz im Gegenteil! Das liegt aber vor allem daran, dass die Leute hier so offen und freundlich sind, dass man es auch mal wagen kann jemanden anzusprechen, um sich an Kiswahili zu versuchen und gleichzeitig ein bisschen an ihrem Leben teilzuhaben, falls das mit der Konversation klappen sollte.

 

Kwa heri(auf Wiedersehen) Deutschland!

Mit großen Schritten geht es jetzt Richtung Abreise. Am Freitag ist es schon so weit, dann werde ich mich für ein Jahr von Deutschland,von Familie und Freunden verabschieden. Sie haben nochmal unter Beweis gestellt, dass sie einfach die besten sind, die man sich wünschen kann, indem sie am letzten Freitag eine Riesen-Überraschungs-Abschiedsparty für mich organisierten. Ich glaube, dass sich jeder der dort war  überzeugen konnte, dass die Überraschung gelungen war. Vielen Dank euch allen, ihr seit einfach genial. Ihr macht es einem wirklich nicht leicht einfach abzuhauen ;-).  Andererseits ist jeder Abschied auch ein Neubeginn und ich freue mich sehr auf das nächste Jahr, ich werde es bestimmt nicht bereuen. So verabschiede mich von Deutschland. Der nächste Eintrag wird dann bestimmt schon von Tansania aus geschrieben.

Kwa heri!

Spenden

In der  Zwischenzeit sind zahlreiche Spenden für meinen Förderkreis eingegangen. Ich möchte mich auch hier nochmal öffentlich für die Unterstützung bedanken. Ich habe mich sehr gefreut, dass so viele Personen mein Projekt für unterstützenswert erachten und mir das Vertrauen entgegenbringen, dass das Geld für einen guten Zweck verwendet wird. Das bestärkt mich in meinen Zielen, denn ich weiß, dass ganz viele hinter mir stehen, die das gut finden was ich mache. Vielen, herzlichen Dank hierfür.

Im Amtsblatt hatte ich auch versehentlich eine falsche Blog-Adresse angegeben in der der Anhang „wordpress.“ fehlt. Sollten sie mit Mühe doch meine Seite gefunden haben bitte ich um Entschuldigung für den Fehler ! Aber wenigstens hat mein Artikel im Amtsblatt dann auch die vorgegebene Größe gehabt 😉

Vorbereitungsseminare und Ausreisegottesdienst

Foto im Schwesternhaus

Foto im Schwesternhaus

Es geht in großen Schritten Richtung Abreisetag. Kaum zu glauben, denn die letzten Wochen vergingen wie im Flug. Ich war  viel unterwegs, meist um mich auf mein Jahr zubereiten.
Erst ging es nach Würzburg zum Vorbereitungsseminar, auf dem ich die Freiwilligen aus allen Einsatzländern wiedersah. Außerdem lernte ich die Freiwilligen vom BDKJ Bamberg kennen. Alle waren durch das gemeinsame Ziel „weltwärts“ zu gehen motiviert, man tauschte gerne Erfahrungen und Tipps aus, teilte aber auch Befürchtungen und Ängste mit den anderen. Es war einfach schön zu sehen wie offen und hilfsbereit jeder war.Der Zusammenhalt der innerhalb von 2 Wochen zwischen uns allen entstand war großartig. Ich kann mir kaum vorstellen, die meisten erst wiederzusehen, wenn ich nächstes Jahr zurückkomme, ich freue mich aber jetzt schon darauf.
Aber jetzt zum Inhalt der Seminare. Wenn wir in unsere Gastländer gehen sollen wir die Situation vor Ort kennen und entsprechend mit Problemen umzugehen wissen. Deshalb sprachen wir über Dinge, wie Armut, Nachhaltigkeit, AIDS und ähnliches. Thema war aber auch die Bewältigung von persönlichen Krisen, Umgang mit der fremden Kultur und der Sinn oder Unsinn von Entwicklungszusammenarbeit.All das wurde uns von Regina, Renate, Conni und Alexandra sehr anschaulich näher gebracht, sodass wir gut über die Probleme informiert wurden, mit denen wir vor Ort sonst unvorbereitet konfrontiert würden.
Am 28.Juli fand dann der Ausreisegottesdienst in der Mutterhauskirche der Schwestern des Erlösers in Würzburg statt. Dazu wurde extra eine Band engagiert und Weihbischof Boom hielt den Gottesdienst. Es war sehr ergreifend, als wir von ihm den Reisesegen empfingen. Das kleine gesegnete Kreuz, das wir bekommen haben wird mein Reisebegleiter, damit ich mich auch in schwierigen Zeiten daran erinnere. Ein bischen mulmig war mir dann schon, aber die Begeisterung, die Weihbischof Boom uns vermittelte ließ mich das schnell vergessen.
Ich freue mich mehr denn je auf das Jahr, auch weil ich von so vielen Seiten Zuspruch und Bestärkung für mein Vorhaben erhalte.

Tansania verbindet

Tansania verbindet !… und das auch jetzt schon, obwohl ich nicht einmal dort war. Diese Erfahrung habe ich in den letzten Wochen gemacht. Ich habe  viele Leute getroffen, die sich für meine Zukunftspläne und mein Projekt interessieren oder die selbst schon Erfahrungen gemacht haben, die sie gerne mit mir teilen. Auf einer der Schulungen erfuhr ich davon, dass sich Herr Michelberger, Jugendpfarrer im Jugendhaus Sankt Kilian , für Tansania interessiert und ich nahm daraufhin Kontakt mit ihm auf. Er lud mich zu einer der monatlich stattfindenden Good-Night-Jugendmesses ein, die unter dem Motto Tansania stand. Begleitet wurde der Gottesdienst von dem Miltenberger Bläserquintett. Das Quintett wird bald nach Tansania fliegen, um dort Korbinian Faust, den Freiwilligen, der momentan an der PC-Schule tätig ist, zu besuchen. Er selbst ist normalerweise Teil dieser Gruppe.  Herr Michelberger erzählte mir , dass er  in Mbinga war und sich seitdem mit  Begeisterung für die Sache einsetzt, um auch unsere Region auf die Partnerschaft und Hilfe aufmerksam zu machen.Er gab mir zahlreiche gute Tipps, die ich hoffentlich alle berücksichtigen werde.

Ungefähr zur selben Zeit erfuhr ich auch, dass Burkard Pechtl aus Bürgstadt eine Stelle in der Entwicklungszusammenarbeit in Mbinga betreuen wird. Es kam durch ein Gespräch mit dem Vater, der übrigens auch schon lange Jahre in missionarischer Funktion in Tansania gelebt hatte, zu einem Treffen mit Burkhard, der zu dieser Zeit gerade in Bürgstadt war. Auf der Pechtel´schen Veranda lernte ich einen Mann kennen, der mir viel über Tansania erzählen konnte und der mir sofort sympathisch war.

Nach dem Abitur habe ich außerdem begonnen Unterricht in Kishuahili bei Frau Neubert aus Miltenberg zu nehmen. Nach meiner dritten Stunde ist schon das ein oder andere Wort hängengeblieben, aber ich werde noch  viel mehr Übung brauchen um mich wirklich verständigen zu können. Während dem Unterricht erfahre ich nebenbei noch so einiges über Gewohnheiten und Sitten der Tansanier. Frau Neubert lebte selbst lange Jahre mit der ganzen Familie  in Tansania und kann mir entsprechend viel berichten.

Ich finde es erstaunlich, dass ich erst durch mein Jahr in Tansania nette Leute aus meiner nahen Umgebung kennenlerne,  die sofort bereit sind mich zu unterstützen und mir von sich zu erzählen, obwohl ich mit ihnen zuvor noch kein Wort gewechselt hatte. Außerdem ist es motivierend zu wissen, dass viele gibt, die eng mit Tansania verbunden sind und sich aus eigener Überzeugung dafür engagieren.

Die Vorbereitung läuft

Nun beginnt die Phase der intensiven Vorbereitung für mein Jahr in Tansania . Ich hatte zuvor nur recht ungenaue Vorstellungen von meinem Gastland, der Sprache und den Bräuchen, darunter auch viele Klischees, die ich vermutlich in Doku-Sendungen , wie man sie häufig im TV findet, aufgeschnappt habe.Zum Glück werden im Rahmen des weltwärts-Programmes auch Vorbereitungsseminare durchgeführt, die bis jetzt schon einige Unklarheiten ausräumen konnten.

Im Rahmen dieser Vorbereitung waren   die Freiwilligen, die von der BDKJ Würzburg im Herbst 2012 entsendet werden am 31.03.12  zu einem ersten Kennenlern-Tag im Kilians-Haus in Würzburg eingeladen worden.Im Laufe des Tages wurden vor allem formelle Dinge, wie die Beschaffung des Visums und der zahlreichen Impfungen geklärt. Hier sah ich auch zum ersten Mal die Anderen. Sie werden  in Brasilien, Bolivien, Indien, Kolumbien und natürlich einige in Tansania die unterschiedlichsten Projekte betreuen. Man merkte sofort, dass alle genauso froh und stolz wie ich waren, ausgewählt worden zu sein und die Stimmung war dementsprechend heiter. Wir verstanden uns alle auf Anhieb blendet. Rechts ein Gruppenbild !

Gruppenbild in Münsterschwarzach

Als nächstes beschäftigten wir uns intensiver mit unserem jeweiligen Gastland. Das geschah für alle Freiwilligen, die nach Tansania gehen  in Form eines Wochenendaufhalts im Kloster von Münsterschwarzach. Zusammen mit Herr Veeh von Mission-Entwicklung-Frieden und Bruder Thomas Morus lernten wir erste Worte auf Kishuahili und setzten uns mit der Kultur und Mentalität der Tansanier auseinander. Besonders spannend waren die Berichte der ehemaligen Freiwilligen, mit denen wir uns abends in einer gemütlichen Runde zusammensetzten, wo sie von ihren persönlichen Erlebnissen berichten konnten. Ganz nebenbei hatten wir sogar die Möglichkeit an den Gebetshoren teilzunehmen und mit Bruder Thomas Morus eine Führung durch das Gelände zu machen, auf dem die Benediktiner unter anderem eine Metzgerei und eine Schlosserei betreiben und sich so komplett selbst versorgen. Mit einer Biogasanlage konnte sogar der von den zahlreichen Rindern anfallende Mist sinnvoll verwendet werden. Das nenne ich mal nachhaltiges Wirtschaften!  🙂 ( an dieser Stelle vielen Dank, für das schöne Wochenende an dem wir in Münsterschwarzach zu Gast sein durften.Es waren paar sehr schöne Stunden!)

Bald geht es weltwärts …

Nun ist das Abitur vorbei und langsam rückt der 7.9., der Tag meiner Ausreise nach Tansania, näher. Erst jetzt realisiere ich erst richtig was es heißt  von Freunden und Familie getrennt in einem weit entfernten Land mit einer völlig anderen Kultur zu leben, und das ein ganzes Jahr! Ein bischen merkwürdig ist dieser Gedanke schon, da mit der Ausreise ein neuer Lebensabschnitt beginnt und ich mit dem Antritt der „weltwärts“-Stelle eine große Verantwortung auf mich nehme. Ich bin trotzdem noch immer überzeugt von dem Projekt an der PC-Schule in Mbinga und freue ich darüber, die Möglichkeit zu haben, einige einmalige Erfahrungen zu machen, die ich vielleicht sonst nicht mehr erleben würde, Erfahrungen, an denen ich charakterlich wachsen kann und bei denen ich gleichzeitig für einen guten Zweck mithelfe.Durch meinen Blog möchte ich alle, die an mich denken, auf dem Laufenden halten und mich aber auch recht herzlich  bedanken, für die Toleranz und Mithilfe, durch die mir dieses Jahr im Ausland erst ermöglicht wurde.

Grüße, noch vom heimischen PC

Ingo